Messung mit Gitterlineal
Das Grundprinzip besteht darin, an den Außenseiten beider Enden des längsgeschweißten Stahlrohrs zwei Gitterlineale mit fester Länge anzubringen. Die Lineale werden durch Stangen in der Nähe der Rohrenden angetrieben und die Länge des Rohrs wird durch optische Interferenzphänomene gemessen.
Dieses Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Genauigkeit aus. Allerdings sind Gitterlineale teuer und aufwändig in der Wartung, was sie empfindlich gegenüber Staub und Vibrationen vor Ort macht.
Kamerabasierte Längenmessung
Bei der Kameralängenmessung wird die Länge des Stahlrohrs mithilfe der Bildverarbeitung bestimmt. Dabei werden an einem Abschnitt der Förderrollen für das längsgeschweißte Stahlrohr eine Reihe gleichmäßig verteilter Lichtschranken installiert und am anderen Abschnitt eine Lichtquelle und eine Kamera angebracht. Während das Rohr diesen Bereich durchläuft, wird die Länge anhand der Position des von der Kamera auf dem Bildschirm aufgenommenen Bilds im Verhältnis zu den Lichtschranken bestimmt.
Ein wesentliches Merkmal ist die Möglichkeit, Online-Messungen durchzuführen und Längendaten zu erfassen, wenn das Rohr den Messbereich ohne Unterbrechung durchläuft.
Encoderbasierte Längenmessung
Bei dieser Methode wird ein Encoder auf einem Zylinder installiert, der das Stahlrohr über Rollen bewegt. Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Reihe gleichmäßig verteilter Lichtschranken installiert. Wenn das Rohr die Lichtschranke am Ende des Zylinders berührt, kann der Zylinderhub anhand der aufgezeichneten Encoderwerte umgerechnet und die Rohrlänge berechnet werden.
Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist, dass das Rohr zur Messung angehoben werden muss. Darüber hinaus kann es zu Fehlern bei der Erkennung durch den Lichtschranken kommen, sodass gründliche Messungen erforderlich sind.
Verbesserte Encoder-basierte Längenmessung
Dies ist eine indirekte Messmethode, die die Länge des Stahlrohrs durch Messen der Abstände zwischen seinen Enden und den jeweiligen Referenzpunkten bestimmt. An beiden Enden des Rohrs wird ein Längenmesswagen aufgestellt, mit einer Anfangsposition von Null und einem Abstand von L. Dann misst der Encoder die Fahrstrecke (L2, L3) des Wagens zu einem Ende jedes Rohrs und ermittelt so indirekt die Länge des Rohrs.
Mit dieser Messmethode lassen sich Schwierigkeiten wie die Größe des Rohrs, komplexe Produktionsumgebungen und die Unfähigkeit der Messmechanismen, die Rohrhalterungen zu unterspannen, überwinden. Sie bietet eine komfortable Bedienung mit einer Messgenauigkeit von weniger als ±10 mm und einer Wiederholgenauigkeit von weniger als oder gleich 5 mm.




